Ho Tschi Minh – Stadt

25 05 2015

 +++ Auf dem Hauptpostamt +++ Frachtschiff nach Australien gestrichen +++  Ho Tschi Minh-Stadt oder Saigon? +++

Hallo zusammen!

In Ho Tschi Minh-Stadt verbrachte ich wieder einmal den Großteil meiner Zeit mit Organisatorischem. Zunächst musste ich mich um meinen Laptop kümmern, der ja wie bereits im letzten Bericht geschrieben, seinen Dienst verweigert hatte. Nach mehrstündigem herumirren fand ich eine Firma, die des kleinen (aber für mich aus Mangel an mitgenommener IT-Ausrüstung unlösbaren) Problem Herr wurde. Es hat mich einen Tag Wartezeit und zehn US-Dollar gekostet.

Die nächste Hürde war aus zwei Gründen das Hauptpostamt: Versenden von Postkarten und aus Gewichtsgründen die Rückschickung nicht mehr benötigter Literatur in die Heimat (u.a. Russische und Chinesische Wörterbücher). Ich versendete insgesamt sechs Postkarten, wofür ich unglaubliche 30 Briefmarken kaufen musste! Die Rücksendung der Bücher war weniger ein Problem, ich musste nur an drei verschiedene Schalter. Dafür entschädigte das Postamt mit seiner imposanten Innenausstattung, deren Blickfang ein riesiges Gemälde Ho Tschi Minhs bildet.

In Ho Tschi Minh-Stadt erlebte ich das erste Mal auf meiner Reise die Anwesenheit einer Vielzahl von Viehzeugs. Eidechsen, gigantische Schaben und: Ratten. Letztere kommen zwar erst Abends aus ihren Löchern, dann aber in einer stattlichen Anzahl. Ab 21 Uhr ist Rattenzeit. Die Ratte scheint mir eines der wenigen Tiere zu sein, die in Vietnam nicht im Kochtopf landen, obwohl sonst offenbar alles gern gegessen wird, was sich irgendwo tummelt. 

Die meisten Vietnamesen sind total tiefenentspannt und lachen auch viel mehr als Chinesen. Der Vietnamese rotzt auch nicht auf die Straße, so wie es im Nachbarland Sitte ist. Und noch ein wichtiger Unterschied: Vietnamesische Motorroller haben Verbrennungsmotoren, man kann das Herannahen eines solchen Gefährts hören. In Peking waren die meisten Modelle mit Elektroantrieb ausgestattet und daher für Fußgänger oftmals nur schwer auszumachen (Man möchte ja schließlich noch mitbekommen, von was man angefahren wird).

Die meisten Nachmittage in der Stadt verbrachte ich im 23/9-Park, wo ich am zweiten Tag auf eine Gruppe Studenten stieß, die ihr Englisch verbessern wollten. Die Aktion nannte sich „Talking with the Tourist„. So wurden Touristen einfach angesprochen und erzählten nun wissbegierigen jungen Hochschülern von ihren jeweiligen Heimatländern. Gleichzeitig bekamen die Besucher Informationen in Landeskunde, Küche und Geografie Vietnams vermittelt. Eine Superidee, Mega! Quasi Schülerhilfe kostenlos. Und dabei war jeder Schüler, Tourist wie Einheimischer! Zum Abschied bekam ich ein tolles, von den Studenten selbst gestaltetes, Handbuch „Wie überlebe ich in Saigon?“ mit wertvollen Tipps zu Straßenüberquerungen, Sehenswürdigkeiten und vietnamesischer Sprache.

Super Idee: "Talking with the tourist"

Super Idee: „Talking with the Tourist“

Derweil arbeitete ich weiter an der Organisation meiner Überfahrt mit einem Frachter nach Australien. Bisher habe ich ein Angebot für 1600 Schweizer Franken von Singapur nach Sydney, alternativ nach Brisbane. Das einzige Problem: Das Ablegedatum wäre um den 29. Juni, also viel zu spät für mich, zumal die Überfahrt zwei Wochen dauernd würde. Darum habe ich nun Flüge gebucht. Zunächst geht es mit „VietJet“ am 26. Mai nach Bangkok. Später werde ich von dort nach Australien fliegen. Dadurch bin ich zwar viel zu zeitig in Down Under, aber so bleibt vielleicht Zeit für Ausflüge nach Fidschi oder auch um später noch etwas in der Karibik herumzuhüpfen. Insgesamt habe ich für die beiden Flüge elf Millionen Dong und 140 Dollar bezahlt, also knapp ein Drittel des Schiffspreises.

Fast wie in Europa: Kirche Notre Dame

Fast wie in Europa: Kirche Notre Dame

Das eindrucksvolle Hauptpostamt von Ho Tschi Minh-Stadt

Das eindrucksvolle Hauptpostamt von Ho Tschi Minh-Stadt

Kirche St. Phillip

Kirche St. Phillip

Abendliche Straßenszene im 1. Bezirk

Abendliche Straßenszene im 1. Bezirk

Da ich mehrfach an den Runden von Talking with the Tourist teilnahm, konnte ich auch endlich die Frage loswerden, ob die Stadt nun Ho Tschi Minh-City oder Saigon hieße. Die Antwort war einfach: Beide Begriffe werden in Vietnam synonym verwendet, wobei die Stadt auch englisch HCMC oder HCM bzw. vietnamesisch TPHCM abgekürzt werden kann: Alle Schreibweisen ergeben in ihrer Langform wieder Ho Tschi Minh-Stadt.

Zum Abschluß des heutigen Berichtes noch etwas triviales: Wäsche gewaschen habe ich auch, wobei das Hotelpersonal meine Klamotten mit denen anderer Mitbewohner beim Trocken durcheinanderbrachte und ich alles mühevoll wieder zusammensuchen musste. Dies gelang mir (Verlust: ein Paar Socken) auch nach einiger Zeit.

Viele Grüße

Euer Olli

Auf dieser Etappe zurückgelegte Entfernung: ca. 10 Kilometer

 



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8 Antworten zu “Ho Tschi Minh – Stadt”

  • Bernd sagt:

    Hallo Olli,
    wieder ein interessanter Bericht. Danke !
    Hab ichs recht verstanden, Singapur läßt Du aus ?
    Falls nicht: Die sind dort sehr ordungsliebend …
    Einmal auf die Straße spucken oder eine Zigarettenkippe fallenlassen kann hohe Geld- bis gar Haftstrafen einbringen ….
    Ansonsten: Leipziger Besuch heute Mittag wieder nach Hause, Grüße von M + M + M.
    Zweites „ansonsten“: Rückwärtige Dienste ab 04.06. selber im Urlaub, also dann keine Verbindung oder Hilfestellung möglich.
    Gute Weitereise !

    Sylvia und Bernd

  • Olli sagt:

    Hallo,

    ja, richtig gelesen 🙂 Ich lasse die Stopps in Malaysia und Singapur aus.

    Olli

  • Mongoleifan sagt:

    Schön zu lesen, Olli !

    Gute Weiterfahrt bzw. -Flug !
    Ich bin übrigens auch stolz darauf, daß der Besucherzähler die Mongolei auf Platz drei sieht …habe ein bißchen Reklame gemacht 🙂

  • Bernd sagt:

    Jou, das hast Du gut gemacht, Mongoleifan Frank ! Nochmal herzlichen Dank für Deine aktive und uneigenützige und freundliche Fremdenführung in Mongolia ! 🙂
    Wie ich Olli kenne, macht er ein Buch aus dieser Reise. Falls, bekommst Du auf jeden Fall ein Exemplar. Schaun wir mal …

    Beste Grüße, Bernd

  • Bernd sagt:

    Ach übrigens, Olli:
    Hatte vorige Woche auch ein „tierisches Erlebnis“ … Früh, dreiviertel Sieben, stand ich vor der geöffneten Autotür, rauchte noch eine und wartete auf Sylvia.
    Da bog auf einmal ein Tier um die Hausecke. Das ist eigentlich nichts Besonderes, führen doch um diese Uhrzeit etliche Umbewohner ihre Dackel Gassi …
    Aber die kennt man ja inzwischen, manche sogar mit Vornamen.
    Aber den eben nicht. Graublond wie Thomas Gottschalk, schnürte das Tier (größer, länger, spitzere Schnauze als Schäferhund oder Husky) auf Umwegen dann schnurstracks auf mich zu. Du kannst Dir nicht vorstellen, wie schnell ich ins Auto hüpfte. Das Vieh war fünf Meter vor mir ! Mühevoll versuchte ich, an mein Handy zu kommen, um Sylvia zu sagen, sie solle erstmal im Haus bleiben. Hoffnungslos: In diesem Moment bog sie schon um die Ecke. Ich gestikulierte, sie solle sich beeilen. Am Auto meinte sie: „Was haste denn so Hektisches an Dir ? Bist doch sonst nicht so ?“
    Ich: „Quark nicht rum, spring rein und fahr los !“
    „Nee, jetzt will ich erstmal wissen, warum Du so aufgeregt bist !“
    Ich: „Hier läuft ein Wolf rum. Mir gehts Herz !“ Sie, „Du spinnst, wo soll denn hier ein Wolf herkommen ?“
    Sie fuhr los, als wir am Blockende nach rechts abbiegen wollten, wer nahm uns von links die Vorfahrt ? Genau dieses Vieh. Ab da glaubte mir Sylvia, daß ich nicht spönne
    Als ich das auf Arbeit erzählte, wurde mir einhellig bescheinigt, einen kleinen „Klatscher“ wegzuhaben.
    „Wenn das ein Wolf war, stehts morgen in der Zeitung !“
    Stand aber nicht, also spinnt der Bernd ,,,
    Die Einzige, die mir glaubte, war Moni.

    Abenteuer vorm Haus … Völlig ohne Zusatzkosten … Scheiß-Tierschutz …

    Gruß, Bernd

  • Bernd's Kumpel sagt:

    Schön, dass Du so schnell „Anschluß“ gefunden hast….Ja, die Bürokratie ist manchmal mehr als „gewöhnungsbedürftig“ LOL, aber genauso nervig wie in der Heimat..-..nein nein, Ratte (con chuot) gibts auch im Angebot ;-), aber wenn Du es nicht bestellst, bekommst Du weder Hund, Katze ,Schlange usw., denn das sind dort die teuersten Fleischsorten und gibts nur in Spezialitätenrestaurants, im 1. Bezirk (Quan 1) gibts so eines nur in der Pasteur ironischerweise…in anderen Stadtbezirken aber häufiger….
    Wenn Du es schon bis zur Post bzw. Kathedrale Notre Dame geschafft hast, hättest Du Dir den „Wiedervereinigungspalast“(Dinh Doc Lap) anschauen können, sind nur ein paar Schritte von der NotreDame weg ( Duong Le Duan), oder aber das KriegsMuseum.. aber es ist ja schon 22.12 in tpHCM….auf Deine Erfahrungen mit Vietjet bin ich gespannt….
    Gruß

  • Bernd sagt:

    Olli, noch ’ne Ergänzung wegen anderwegiger Rückfrage: Jou, war nach meiner bescheidenen Kenntnissen in zoologischer Hinsicht eindeutig Wolf, weder Schäferhund noch Husky noch Kreuzung. Andere Umbewohner haben das Tier auch gesehen, sie diskutieren, ob Wolf oder Hund. Aber alle Merkmale waren Wolf.
    Der Schreck steckt mir noch nach einer Woche in den Knochen. Wenn mich das Tier mit seinen ca. 40 Kilo mit Gurgelbiß angesprungen hätte: Null Chance …
    Daß ein eigentlich menschenscheues Tier so nahe an mich heranschnürte, ist eigentlich verwunderlich. Eventuell Tollwut ?
    Andere Vermutung: Eines der hinterfrontwärts von uns weidenden Galloway-Rinder hat unlängst gekalbt. Deine Nichte hat sich über Pfingsten in die Spur gemacht: Bauer H. hat keine Anzeichen bemerkt, daß der Wolf sich an sein Kalb herangemacht hätte. Von der Sache an sich wußte er natürlich schon.
    Übrigens entdeckte Maria in diesem Zusammenhang, daß Herr H. auch Ponys hätte. Ab da war der „Forscherdrang“ nach canis lupus schlagartig erloschen und die Liebe zum Pferd loderte als helle Flamme bei Deiner Nichte …

    Alles nur am Rande, Gruß, Bernd

  • Binh Tran sagt:

    Hi Oliver. I’m the guy who take the photos in the 23/9 park some days ago 🙂
    How are you ? Where are you now ?
    I’ve seen the photo ( not have me in it 🙁 ), but I don’t understand what you are writing. Could you explain it to me ?

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